Duftstoffe & Moleküle
Hub-Übersicht: Chemie, Physiologie und Molekül-Eigenschaften.
König der Hölzer: Tiefe, Komplexität, Kostenfaktor und synthetische Alternativen.
Oud (auch Agarholz oder Aloeholz genannt) ist einer der teuersten Rohstoffe der Welt. Es stammt vom Aquilaria-Baum, der in Südostasien beheimatet ist. Der Duft ist extrem komplex: balsamisch, holzig, rauchig, leicht tierisch und süß. Seit Jahrhunderten ist es in der arabischen Kultur und der traditionellen Parfümerie präsent.
Die Verbindung von Spiritualität, Luxus und extremer Molekülkomplexität macht Oud zur „Diva“ der Duftstoffe.
Echtes Oud ist das dunkle, harzige Herzholz des Aquilaria-Baumes. Nur ca. 7% der Bäume bilden diesen harzigen Kern, was die Seltenheit erklärt.
Der Geruch variiert massiv je nach Herkunft (Indien, Vietnam, Cambodscha, Laos). „Klassisches“ Oud ist tief, tierisch-rauchig und sehr langlebig.
Um Kosten zu senken, Verfügbarkeit zu sichern und Tier-/Schadstoffe zu vermeiden, hat die Industrie sogenannte „Oud-Akkorde“ entwickelt. Diese sind Kompositionen aus synthetischen Molekülen, die den Duft von Oud nachahmen.
Ein synthetisches Oud kann sehr nah an das echte herankommen, ist aber reiner, konsistenter und oft weicher als das oft raue Naturprodukt.
Der Markt für Oud-Parfüms ist stark gewachsen. Auf dem Etikett steht „Oud“, im Duft steckt jedoch oft nur ein synthetischer Akkord.
Die meisten kommerziellen Oud-Düfte (auch teure Nischen) basieren auf synthetischen Rezepturen, um Kosten und Stabilität zu garantieren.
Wie unterscheidet man gutes Oud von schlechtem?
Bei synthetischen Ouds gilt: Je komplexer der Akkord (also je mehr verschiedene Komponenten), desto hochwertiger.
Oud ist eine intensive Note. Dosierung und Kombination sind entscheidend.
Oud benötigt Ruhezeit, um sich zu entfalten („Atem“). Es eignet sich gut für kühles Wetter und Abende.
Hub-Übersicht: Chemie, Physiologie und Molekül-Eigenschaften.
Der moderne Amber-Standard: Struktur, Wirkung und Anwendung.
Hölziger Diffusor: Chemische Eigenschaften und Volumen-Effekt.
Musk-Wood-Hybrid: Substantivität und weicher Charakter.
Jasmin-Analogon: Das meistgenutzte Molekül in der Parfümerie.
Übersicht über 26 deklarationspflichtige Stoffe.
Problem: Marke will „Oud“ anbieten, kann aber kein echtes Oud verarbeiten (Kosten/IFRA). Lösung: Entwicklung eines synthetischen Akkords mit Guajak, Vetiver und Rosmarin. Ergebnis: Oud-Duft, der IFRA-sicher und konsistent ist.
Oud ist der Königsweg zwischen Tradition und Chemie. Während natürliches Oud in der Nische für spirituelle und tiefe Erlebnisse steht, dominiert das synthetische Oud den Massenmarkt durch Stabilität und Kosteneffizienz. Für den Käufer ist das Verständnis dieses Duals wichtig, um nicht auf Marketing („100% Pure Oud“) hereinzufallen, wo ein Akkord im Flakon liegt.
Echtes Oud ist pflanzlichen Ursprungs (Aquilaria-Baum), kann aber due zu seiner tierischen, fauligen Note (wegen der Pilzbildung) als solcher wahrgenommen werden. Synthetisches Oud ist rein chemisch und nicht tierisch.
Weil der Prozess extrem langsam und ineffizient ist. Es dauert Jahre oder Jahrzehnte, bis ein Baum das wertvolle Harz bildet. Die Ernte ist unsicher und oft illegal. Zudem ist die Ausbeute (Ölmenge pro kg Holz) sehr gering.
Echtes Oud (Attar) wird oft pur getragen, ist aber sehr dominant und schwer („Kopfzerreißer“). In westlichen Parfüms wird es fast immer in Kompositionen gebunden, um es tragbar zu machen.