Duftfamilien & Klassifikation
Hub-Übersicht: Alle Familien, Systematik und Geschichte.
Ozonische Noten, Calone und Transparenz: Die Wasser-Revolution.
Aquatische Düfte (Marine, Water) sind eine Familie, die seit den 1990ern extrem populär ist. Sie versuchen, den Geruch von Meerwasser, Meeresalgen, Seeluft und Reinheit zu reproduzieren. Im Gegensatz zu klassischen Familien (Chypre, Fougère) sind sie oft sehr linear, frisch und „blitzblank“. Sie sind die ultimativen Sommerdüfte.
Die Familie entstand als Gegenbewegung zu den schweren 80er Jahren (Powerhouses). Sie steht für Hygiene, Sport und Leichtigkeit.
Der Durchbruch aquatischer Düfte gelang 1988 mit „Eau d’Issey“ (Issey Miyake). Der Schlüsselstoff war „Calone“ (Watermelon Ketone).
Folge-Düfte (Acqua di Giò, Kenzo pour Homme) etablierten die Familie als Mainstream.
Die Familie Aquatic ist nicht homogen. Es gibt verschiedene Arten von Wasser-Düften.
Die aquatische Note wird meist durch synthetische Moleküle erzeugt, da Wasser kein Duft hat.
Naturstoffe (wie Algenextrakte) sind extrem teuer und riechen oft nach „Modder“. Aquatische Düfte sind daher fast immer 100% synthetisch.
Die Aquatic-Familie hat den Massenmarkt der Herrendüfte dominiert („Blue Duft Club“).
Diese Düfte sind extrem komplimentefreundlich („Safe Scents“) und oft der erste Duft, den junge Männer kaufen („Starter-Duft“).
Hub-Übersicht: Alle Familien, Systematik und Geschichte.
Aromatische Hölzer: Lavendel, Moos und Cumarin.
Cuir & Tabak: Rauchig, trocken und tierisch.
Hesperiden & Aquatik: Zitrus, Calone und Meerluft.
Amber & Gewürze: Wuchtige Exotik und Wärme.
Essbare Noten: Zucker, Kaffee und Schokolade.
Cedar, Sandelholz & Vetiver: Wärme und Trockenheit.
Problem: Ein Wasserduft ist im Sommer zu dünn, im Winter zu kalt. Lösung: „Layering“ mit einem leichten Amber-Duft. Ergebnis: Das Wasser wird wärmer, wirkt aber noch frisch.
Aquatische Düfte sind die Antwort der Parfümerie auf die Sehnsucht nach Reinheit und Natur. Sie revolutionierten den Markt in den 90ern und sind heute ein fester Bestandteil des Mainstreams. Obwohl sie oft als „einfach“ oder „billig“ kritisiert werden (wegen der Synthetik), sind sie künstlerisch perfektionierte Konstrukte von Wasser, Luft und Metall. Wer Frische sucht, findet sie hier.
Calone ist ein synthetisches Molekül, das nach Wassermelone, Meeresalge und Cucumber riecht. Es ist das Herzstück der aquatischen Familie.
Nein. Hesperidisch basiert auf Zitrusölen (Bergamotte, Orange). Aquatisch basiert auf Ozon/Wasser-Noten (Calone, Meeresalgen). Sie werden oft gemischt („Citrus-Water“), sind aber chemisch unterschiedlich.
Ja, fast immer. Wasser hat kein Geschlecht. Daher sind Düfte wie Eau d’Issey oder Acqua di Giò Klassiker für beide Geschlechter.